Zeichnung: Korb mit Zwetschken, Äpfeln, Paradeisern und Zucchini neben einem Einmachglas und einer Jausenbox
Illustration der Redaktion – kein Foto einer tatsächlichen Ernte. Byte Media GmbH

Das ist neu

  • Die Erntespitze fällt heuer mit dem Schulbeginn zusammen – zwei Gründe für Reste auf einmal.
  • Für die drei häufigsten Septemberüberschüsse steht hier je ein fertiges Rezept.
  • Einkochen lassen wir bewusst aus und sagen, warum.

Warum im September alles auf einmal kommt

Im September fällt in Österreich vieles zusammen. Zwetschken und Äpfel werden reif, die letzten Paradeiser und Zucchini kommen aus dem Garten oder vom Markt, und wer einen Baum im Hof hat, weiß ohnehin, was das bedeutet: Es ist nie ein bisschen zu viel, es ist immer alles auf einmal.

Dazu beginnt die Schule. Der Wocheneinkauf wird größer, die Jausenbox kommt zurück ins Spiel – und mit ihr die Brote, die abends wieder mitkommen. Zwei getrennte Ursachen, ein gemeinsames Ergebnis: mehr Reste als im Sommer.

Das Gute daran: Beides ist planbar. Wer weiß, was kommt, muss nicht improvisieren.

Obst: weich ist nicht schlecht

Zwetschken und Äpfel werden weich, bevor sie schlecht werden. Diese Zwischenstufe ist der Grund für die meisten weggeworfenen Kilos – und genau dort liegt der Hebel. Weiches Obst braucht nur Hitze oder Kälte, und beides dauert Minuten.

  • In den Ofen. Weiche Zwetschken, Äpfel und Birnen mit etwas Zimt bei 180 °C backen, bis sie zerfallen. Das ist Ofenobst und dauert eine halbe Stunde, von der man 25 Minuten nicht danebensteht.
  • In kleine Gläser. Aus Restmengen, die für ein ganzes Einkochen zu klein sind, wird kleine Restemarmelade – gedacht für den Kühlschrank und die nächsten Wochen, nicht für den Keller.
  • In den Tiefkühler. Zwetschken entkernt und flach auf einem Blech vorfrieren, dann in den Beutel. So kleben sie nicht zusammen und lassen sich einzeln entnehmen.

Was schimmelt, kommt weg – ganz, nicht nur die Stelle. Bei weichem Obst mit hohem Wassergehalt ziehen sich Schimmelfäden weiter, als man sieht.[1]

Gemüse: wenn niemand mehr Zucchini sehen kann

Ende September kippt bei vielen die Stimmung gegenüber dem eigenen Garten. Die Zucchini ist zu groß, die Paradeiser platzen, und im Kühlschrank liegen drei angeschnittene Hälften von irgendwas.

  • Alles in eine Suppe. Was noch fest ist, wird Cremesuppe aus Restgemüse. Die verträgt fast jede Zusammensetzung und friert gut ein.
  • Schalen und Strünke kochen mit. Aus dem, was sonst im Biomüll landet, wird Gemüsefond – der Grundstock für die Suppen der nächsten Wochen.
  • Reste in die Pfanne. Gegartes Gemüse vom Vortag wird mit Eiern zur Frittata.

Gekochtes rasch abkühlen lassen und vor dem Essen wieder auf mindestens 65 °C durcherhitzen.[1]

Die Jausenbox

Zurückgebrachte Jausenbrote sind kein Erziehungsproblem, sondern ein Mengenproblem. Zwei Dinge helfen sofort: kleiner schneiden und fragen, was tatsächlich gegessen wird.

Was trotzdem übrig bleibt, ist am nächsten Tag kein Jausenbrot mehr, aber gutes Ausgangsmaterial: Croutons aus dem Ofen halten Wochen, Semmelknödel sind das klassische österreichische Resteessen, und Arme Ritter brauchen zehn Minuten.

Brot gehört übrigens nicht in den Kühlschrank – dort wird es schneller altbacken als bei Raumtemperatur. Größere Mengen besser gleich in Scheiben einfrieren, dann lässt sich täglich entnehmen, was gebraucht wird. Mehr dazu unter Lebensmittel richtig lagern.

Haltbar machen: was wir hier nicht erklären

Zum September gehört das Einkochen. Wir geben dazu keine Anleitung – und das ist eine bewusste Entscheidung.

Beim Einkochen gemüsehaltiger, säurearmer Lebensmittel geht es um mehr als Geschmack: Ein unzureichend erhitztes Glas kann eine Umgebung schaffen, in der sich gefährliche Keime vermehren, ohne dass man es dem Glas ansieht. Wer einkocht, braucht ein Verfahren, das für das jeweilige Lebensmittel nachweislich geprüft ist – mit Temperatur, Dauer und Säuregrad. Eine improvisierte Anleitung im Internet ist genau das nicht.

Die sicheren Wege für den Hausgebrauch sind einfacher: Einfrieren bei −18 °C, Einkochen zu Mus oder Röster, das im Kühlschrank aufbewahrt und binnen weniger Wochen gegessen wird, und Durchgaren. Wer richtig einkochen will, holt sich die Anleitung dort, wo sie fachlich geprüft ist.[1]

Wenn du nur zehn Minuten hast

  1. Kühlschrank aufmachen und alles, was in dieser Woche weg muss, auf ein Brett legen. Sichtbar, auf Augenhöhe.
  2. Das weichste Obst in den Ofen, das restliche Gemüse in die Suppe.
  3. Brot in Scheiben schneiden und einfrieren.

Das ist keine Kampagne und kein Projekt – es sind drei Handgriffe, die den Unterschied machen zwischen „nächste Woche weggeworfen“ und „nächste Woche gegessen“.

Womit du jetzt anfängst

Woher diese Meldung stammt

Ereignis: 1. September 2026 · Veröffentlicht: 14. September 2026

Es bestehen keine wirtschaftlichen Beziehungen zu den genannten Stellen oder Unternehmen.

Ausführlich erklärt wird das Thema unter Lebensmittel richtig lagern.

Quellen dieser Seite

Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus den folgenden Veröffentlichungen. Jede Hochzahl im Text führt direkt zum passenden Eintrag.

  1. Sicher kochen: Lebensmittel sicher lagern, zubereiten und aufbewahren. Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). abgerufen am 11.09.2026. Quelle aufrufen

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