Richtig lagern

Lebensmittel richtig lagern

Die richtige Lagerung ist der billigste Weg zu längerer Haltbarkeit. Diese Seite ist zum Nachschlagen gedacht – Zone für Zone, Sorte für Sorte.

Den Kühlschrank richtig einräumen

Ein Kühlschrank kühlt nicht überall gleich stark. Wer das nutzt, verlängert die Haltbarkeit spürbar – ganz ohne zusätzlichen Aufwand.

Schematischer Kühlschrank mit vier Zonen: oberes Fach für Gekochtes und Reste, mittleres Fach für Milchprodukte, unterstes Fach als kälteste Zone für Fleisch und Fisch, Gemüsefach für Salat, Karotten und Kräuter.
Die Zonen im Überblick – als SVG oder PNG herunterladen.
Typische Temperaturzonen im Kühlschrank und was hineingehört
ZoneTypische TemperaturGeeignet für
Oberes Facham wärmstenGekochtes und Reste in verschlossenen Behältern, Käse, Aufschnitt
Mittleres FachmittelMilchprodukte, Joghurt, Topfen, Sauerrahm
Unterstes Fach über dem Gemüsefacham kältestenFleisch, Faschiertes, Fisch, Geflügel – immer abgedeckt und so, dass nichts auf andere Lebensmittel tropfen kann
Gemüsefachwärmer und feuchterSalat, Kohl, Karotten, Lauch, Zucchini, Beeren, Kräuter
Türfächeram wärmsten und schwankendGetränke, Senf, Ketchup, Marmelade. Für Milch und rohe Eier ist die Tür der schlechteste Platz

Die Temperaturangaben je Fach sind Orientierung, keine Messwerte – sie hängen vom Gerät, vom Standort und davon ab, wie voll der Kühlschrank ist. Entscheidend ist das Prinzip: Was am leichtesten verdirbt, kommt in die kälteste Zone.

Obst und Gemüse: kühl, getrennt, trocken

Viele Sorten geben Ethylen ab, ein natürliches Reifegas. Andere reagieren empfindlich darauf und reifen dadurch schneller, als einem lieb ist.

Wo Obst und Gemüse am längsten frisch bleiben
LebensmittelBester LagerortHinweis
Äpfelkühl, im Kühlschrank am längsten haltbarDie AGES zählt Äpfel ausdrücklich zum kälteunempfindlichen Obst für das Kühlschrankfach. Starker Ethylen-Bildner: getrennt von anderem Obst und Gemüse lagern[1]
Birnen, Marillen, Pfirsiche, Bananenzum Nachreifen bei RaumtemperaturReif dann kühl weiterlagern, sonst werden sie rasch mehlig
Paradeiser (Tomaten)Raumtemperatur, schattigIm Kühlschrank verlieren sie Aroma; ebenfalls Ethylen-Bildner
Erdäpfel (Kartoffeln)dunkel, kühl, luftigLicht führt zu grünen Stellen und Solanin – grüne Teile großzügig entfernen
Zwiebeln, Knoblauchtrocken, dunkel, luftigNicht neben Erdäpfeln: beide verderben dann schneller
Blattsalat, KräuterGemüsefach, leicht feuchtIn ein feuchtes Tuch wickeln; Kräuter halten im Wasserglas mit Haube länger
Karotten, Lauch, KohlGemüsefachKarottengrün abtrennen, es zieht Feuchtigkeit aus der Wurzel
BeerenKühlschrank, ungewaschenErst vor dem Essen waschen; einzelne schimmelnde Beeren sofort entfernen
Zitrusfrüchte, Melonen (ganz)kühler RaumAngeschnitten immer abgedeckt in den Kühlschrank

Trockenvorräte und Brot

Trockenvorräte – Mehl, Reis, Nudeln, Hülsenfrüchte, Zucker – bleiben am längsten gut, wenn sie kühl, dunkel und in dicht schließenden Behältern lagern. Angebrochene Packungen umfüllen: Das schützt vor Feuchtigkeit und vor Vorratsschädlingen. Wer das Öffnungsdatum auf den Behälter schreibt, muss später nicht raten.

Brot gehört nicht in den Kühlschrank: Dort wird es durch Retrogradation der Stärke schneller altbacken als bei Raumtemperatur. Am besten hält es in einem Brottopf aus Ton oder in einem Holzkasten mit etwas Luftzug. In Plastik eingeschlossen schimmelt es früher. Größere Mengen gleich in Scheiben einfrieren – so lässt sich Tag für Tag entnehmen, was gebraucht wird.

Einfrieren – was es kann und was nicht

Tiefkühlen ist die wirksamste Notbremse, wenn etwas verbraucht werden müsste, aber gerade nicht gekocht wird.

Gut geeignet

  • Brot und Gebäck, am besten in Scheiben
  • Fleisch und Fisch, portionsweise und flach verpackt
  • Gemüse, vorher kurz blanchiert und kalt abgeschreckt
  • Hartkäse, gerieben
  • Kräuter, gehackt in Öl in Eiswürfelbehältern
  • Suppen, Saucen und Fonds in Portionsbehältern
  • Tomatenmark und Kokosmilch löffelweise
  • Überreifes Obst als Mus oder in Stücken
  • Eier, aufgeschlagen und ohne Schale

Kaum geeignet

  • Rohe Erdäpfel – werden grieselig
  • Rohe Paradeiser, Gurken, Radieschen, Blattsalat – die Zellstruktur bricht
  • Eier in der Schale – sie platzen
  • Hart gekochte Eier – werden gummiartig
  • Joghurt, Sauerrahm und Schlagobers pur – sie flocken aus
  • Mayonnaise und fertige Salate damit – sie trennen sich

Regeln, die das Ergebnis retten

  • Beschriften. Inhalt und Datum auf jede Packung. Ohne Beschriftung wird aus dem Tiefkühler ein Archiv.
  • Flach und portionsgerecht einfrieren. Das friert schneller ein und taut schneller auf.
  • Im Kühlschrank auftauen, nicht auf der Arbeitsfläche. Auftauwasser von Fleisch und Geflügel wegschütten und alles, was damit in Kontakt war, gründlich reinigen.
  • Einmal Aufgetautes nicht wieder einfrieren – außer es wurde zwischendurch durcherhitzt und gekocht.
  • Gefrierbrand ist ein Qualitätsproblem, kein Sicherheitsproblem: trockene, helle Stellen schmecken fad, machen aber nicht krank.

Geöffnete Packungen und gekochte Reste

Gekochte Speisen sollen rasch abkühlen. Die AGES empfiehlt, größere Mengen in kleinere Portionen zu teilen und den Behälter in ein kaltes Wasserbad zu stellen; danach kommen sie in den Kühlschrank. Vor dem Essen werden Reste gründlich durcherhitzt – mindestens 65 °C.[1]

Geöffnete Packungen verhalten sich anders als ungeöffnete: Ab dem Öffnen zählt der Hinweis auf der Packung („nach dem Öffnen innerhalb von … Tagen verbrauchen“), nicht mehr das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum. Konserveninhalte gehören nach dem Öffnen in ein anderes Gefäß, nicht zurück in die Dose.

Sechs Irrtümer, die Haltbarkeit kosten

„Äpfel gehören nicht in den Kühlschrank.“

Falsch. Äpfel halten kühl gelagert am längsten. Richtig ist: Sie geben viel Ethylen ab und lassen Nachbarn schneller reifen – deshalb getrennt lagern, nicht ungekühlt.

„Einfrieren stoppt den Verderb.“

Es verlangsamt ihn sehr stark. Bereits Verdorbenes wird durch Tiefkühlen nicht wieder sicher.

„Milch und Eier gehören in die Kühlschranktür.“

Dort schwankt die Temperatur am stärksten. Beides hält im Inneren des Kühlschranks länger.

„Schimmel schneidet man weg.“

Wegschneiden empfiehlt die AGES „wenn überhaupt“ nur bei Speck und Hartkäse, wo der Schimmel nur an der Oberfläche wächst – dann mindestens 1–2 cm. Alles andere wird entsorgt.[1]

„Der Kühlschrank darf randvoll sein.“

Wenn die Luft nicht zirkuliert, kühlt er ungleichmäßig. Und was man nicht sieht, wird vergessen.

„Warme Speisen dürfen nicht in den Kühlschrank.“

Sie sollen nur nicht heiß hineingestellt werden. Rasch abkühlen und dann kühlen ist besser, als sie stundenlang bei Raumtemperatur stehen zu lassen.

Quellen dieser Seite

Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus den folgenden Veröffentlichungen. Jede Hochzahl im Text führt direkt zum passenden Eintrag.

  1. Sicher kochen: Lebensmittel sicher lagern, zubereiten und aufbewahren. Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). abgerufen am 11.09.2026. Quelle aufrufen

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